Pflege-STOP: Ambulante Dienste im Landkreis informieren

Der Fachkraft-Mangel ist in aller Munde, besonders betroffen sind die Pflegedienste im Hamburger Randgebiet.

Nikolaus Lemberg, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft e.V. (InGe) stellt klar: „Natürlich haben wir unsere Arbeit nicht eingestellt. Mit dem Wort STOP weisen wir auf gravierende Missstände hin, die in der Öffentlichkeit noch kaum wahrgenommen werden.“

Die Krankenkassen vergüten Pflegeleistungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Dabei ist die Vergütung der Kassen der entscheidende Schlüssel für die Lohnhöhe der Mitarbeitenden. Das dort bessere Lohnniveau veranlasst viele Pflegekräfte auf Hamburger Gebiet zu arbeiten, sie fehlen den Arbeitgebern und den Pflegebedürftigen im Landkreis. Die Bundespolitik hat die Situation zuletzt noch weiter verschärft. Aktuelle Gesetzesprojekte unterstützen die Pflege im Krankenhaus und im Pflegeheim. Für die ambulanten Dienste, die pflegerische Versorgung zu hause übernehmen, gibt es hingegen keine Verbesserung. Mehrfach waren Vertreter aus dem Landkreis zu Gesprächen im Bundestag – bisher ohne durchschlagenden Erfolg. Bereits im Sommer hatte die Gruppe von 23 Pflegediensten mit einem offenen Brief auf die problematische Lage hingewiesen. Seit Herbst 2018 sieht sich ein Großteil der Dienste nicht mehr in der Lage, neue Beratungskunden anzunehmen. Die Pflegekassen fordern Beratungsnachweise von allen Pflegegeld-Empfängern. So kommt es bereits zu Problemen in der Pflegegeld-Auszahlung.

Nikolaus Lemberg: „Aus unserer Sicht ist es ein unhaltbarer Zustand, dass die Vertreter der Kranken- und Pflegekassen unsere Anliegen noch nicht einmal beantworten.“ Am 6. März beschäftigt sich der Sozialausschuss im Landkreis Harburg mit der aktuellen Situation. Die Pflegedienste hoffen, dass Ihr Anliegen die Unterstützung der Kommunalpolitik findet und darüber auch in Hannover und Berlin ernstgenommen wird.

Zur weiteren Information finden Sie hier den Brief der Ambulanten Pflegedienste an das Bundesgesundheitsministerium, Bundessozialministerium und Landessozialministerium.